Freiwillig bei Bergbauern in Tirol

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Erfahrungsbericht eines Volontariats mit Freiwillig am Bauernhof

Der Verein Freiwillig am Bauernhof vermittelt Tiroler Bergbauern und -bäuerinnen freiwillige HelferInnen. Die Freiwilligeneinsätze können mehrere Tage oder Wochen dauern, die Ehrenamtlichen erhalten dafür Kost und Logis.

Wie aber erlebte einer dieser ehrenamtlicher Helfenden seine Zeit als Bergbauer in Tirol? In diesem Erfahrungsbericht erzählt Horst Brandt, ein pensionierter Professor für Tierzucht und Haustiergenetik aus Deutschland, von seinen Eindrücken. Im Sommer hat er knapp vier Wochen auf dem Hof von Familie Ribis in Fulpmes im Stubaital verbracht und bei der Heuarbeit mitgeholfen:

In der Zeit meines Aufenthaltes wurde auf den Bergwiesen Heu als Winterfutter für die Schafe gemacht. Auf den steilen Bergwiesen mit einer Steigung von bis zu 35 Prozent war ein Maschineneinsatz nur begrenzt möglich. Gemäht wurde mit einem Balkenmäher mit 1,80 m Schnittbreite, einige Flächen mussten aufgrund der Steilheit mit der Sense gemäht werden. Als Bauer Christian gesehen hat, dass ich tatsächlich mit der Sense umgehen kann, war er über die Entlastung bei dieser schweren Arbeit sehr erfreut. Aufgrund des extrem guten Wetters war das gemähte Gras in ein bis zwei Tagen getrocknet und konnte als Heu von sehr guter Qualität in die Scheune gebracht werden. Bevor es mit einem Ladewagen auf dem Weg aufgenommen werden konnte, musste es teilweise mit dem Rechen hinunter oder mittels Schlitte und Seilwinde nach oben gebracht werden. Der sog. Twister kann im Gegensatz zum Balkenmäher an den sehr steilen Stellen nicht eingesetzt werden.

Da trotz beschränktem Maschineneinsatz sehr viel Handarbeit übrig bleibt, ist die Familie bei der Heuernte immer auf zusätzliche Helfer angewiesen. Die Kinder, gute Freunde und auch der 70-jährige Bruder von Rosa, der übrigens immer barfuß am Hang gearbeitet hat, sind dringend notwendige Helfer bei der Ernte.

Aus Sicht eines pensionierten Tierzuchtprofessors bin ich nach dem Einsatz mehr als beeindruckt. Die Bergbauern leisten mit ihrer Arbeit einen großen Beitrag zur Landschaftspflege, denn ohne die Beweidung und das Mähen würden die Bergwiesen in kurzer Zeit verbuschen und auch die Zusammensetzung der Grasnarbe würde sich sehr schnell ändern.

Aus persönlicher Sicht kann ich sagen, dass meine Hochachtung für die Arbeit der Bergbauern erheblich gestiegen ist und mir auch als Tourist diese blühenden Bergwiesen sehr gefallen. Die staatliche Unterstützung zur Landschaftspflege sehe ich als Aufgabe unserer Gesellschaft an. Ich möchte mich bei der ganzen Familie und den guten Freunden für die herzliche Aufnahme und Gastfreundlichkeit bedanken. Ich habe mich vom ersten Tag an sehr wohl gefühlt und hoffe, dass ich der Familie auch eine gute Hilfe war.

Links

Verein Freiwillig am Bauernhof: Hier kann man sich über die Rahmenbedingungen informieren. Es gibt auch Tageseinsätze oder Gruppeneinsätze auf Almen. Die Saison beginnt meist im Mai.

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Wir bedanken uns beim Verein Freiwillig am Bauernhof für die Möglichkeit, diesen Erfahrungsbericht auf NGOJobs.eu zu veröffentlichen.