Bezahlte Jobs und Praktika im Bereich Kunst und Kultur & Freizeit und Sport

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Im Kunst- und Kulturbereich bzw. im Freizeitsektor sind viele Organisationen rechtlich betrachtet ein Verein. Man denke nur an die Vielzahl an Turnvereinen, Sportvereinen, Kulturvereinen usw. – im Zentralen Vereinsregister müssen sie alle gelistet sein. Das bedeutet zwar nicht, dass sie alle auch Non-Profit-Organisationen sind – wenn sie aber globale Themen behandeln, „über den Tellerrand blicken“ und keine gewinnorientierten Ziele verfolgen, können auch Kultur– oder Freizeitvereine theoretisch NPOs bzw. NGOs sein.
Nicht jeder regionale Kulturverein ist also automatisch eine NGO, kann es aber je nach inhaltlicher Ausrichtung und Zielen durchaus auch sein.

Der Kunst- und Kultursektor fasziniert dich?

Du möchtest deine künstlerischen Interessen gerne beruflich für eine NGO einsetzen?

Freizeitaktivitäten für unterschiedliche Zielgruppen zu gestalten findest du spannend?

Dann passen beide Aktionsbereiche – Kunst & Kultur und Freizeit & Sport – wunderbar zu dir. Du findest beide in unserem umfassenden NGO-Verzeichnis.

Was aber kann man beruflich in diesen Bereichen in NGOs tun? Hier zeigen wir dir einige mögliche Berufsbilder in den Non-Profit-Aktionsbereichen „Kunst & Kultur“ und „Freizeit & Sport“ und geben dir Einblick in Karrierewege. Auf geht’s!

Welche Non-Profits sind im Kunst- und Kulturbereich aktiv?

Hier findest du alle Kulturorganisationen der DACH-Region, die nicht gewinnorientiert sind und globale Themen behandeln. Du kannst dir ihre NGO-Profile ansehen, nach Ort oder Mitarbeitsmöglichkeiten filtern und sie direkt kontaktieren. Sie verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte, wie zum Beispiel:

  • Die Wiener Kinder- und Jugendbetreuung (Wien) unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer kreativen Entwicklung: Dabei steht gemeinsames Malen, Basteln oder Tanzen auf dem Programm.
  • Der Verein Jukus (Graz) wiederum versucht, durch gemeinsame kulturelle Aktivitäten (Theater, Literaturabende, Saz) österreichische und nicht-österreichische Jugendliche zusammenzubringen.
  • Flucht nach Vorn (Wien) begleitet Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchterfahrung. Durch Musik & Kunst sollen die Jugendlichen ihre Potenziale kennenlernen und ihr Selbstbewusstsein stärken.

Auch diejenigen NGOs, die sich dem Bereich Freizeit & Sport widmen, findest du in einer Übersicht in unserem NGO-Verzeichnis. Auch diese Organisationen haben sich unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, so zum Beispiel folgende:

  • berta – Beratung für Frauen und Mädchen schafft durch Freizeit- und Sportangebote einen Wohlfühlraum und Treffpunkt für Frauen und Mädchen.
  • Discover Football ist eine feministische Frauenrechtsorganisation aus Berlin, die sich für Gleichberechtigung und Frauenrechte vor allem im Frauenfußball einsetzt.
  • EXIT-sozial (Linz) betreut Menschen mit psychischen und sozialen Problemen. Angebote in Freizeiteinrichtungen sollen Raum für Begegnungen und Aktivitäten schaffen.

Warum sind Kultur- und Freizeitvereine NGOs?

Die Liste oben zeigt schon eine klare Gemeinsamkeit: Die meisten Organisationen haben eine bestimmte Zielgruppe, die sie unterstützen – das können Frauen, Menschen mit Fluchterfahrung, psychisch kranke Menschen, Obdachlose oder Kinder&Jugendliche sein. Die Unterstützung und Betreuung dieser Zielgruppe, deren Empowerment & Selbstermächtigung funktioniert eben durch folgende Kanäle: Freizeit- und Kulturangebote. Diese verbinden bekanntlicherweise, schaffen Begegnungsräume, erreichen positive gemeinsame Erlebnisse und können Vorurteile abbauen oder auch einfach nur vom eigenen problembeladenen Alltag ablenken.

Auf diese Weise werden Sport- und Freizeitangebote zu wichtigen Säulen in der Betreuung und Unterstützung von Menschen. Diese Organisationen und Vereine verfolgen ein soziales, globales Ziel und können somit zu Non-Profit-Organisationen gezählt werden.

Welche Karrieremöglichkeiten bieten die Bereiche Kunst & Kultur und Freizeit & Sport?

Der Bereich Kunst&Kultur bzw. Sport&Freizeit ist leider nicht sehr gesegnet mit vielen freien, bezahlten Stellen. Folgende beruflichen Möglichkeiten gibt es trotzdem – es lohnt sich in jedem Fall, regelmäßig auf unsere Jobbörse zu schauen, um alle aktuellen Jobangebote zu durchstöbern.


Koordination

Auch Freizeit- und Kulturaktivitäten müssen koordiniert und gut organisiert werden. Gesucht werden hier meist Menschen mit Berufserfahrung, aber vor allem mit Erfahrung mit der Zielgruppe, mit der die NGO arbeitet. Von Vorteil ist auch, wenn man in der Szene (z.B. im Kulturbereich) gut vernetzt ist und selbst schon Praktika gemacht hat. Außerdem muss man viel Organisationsgeschick und Eigeninitiative mitbringen. ProjektkoordinatorInnen müssen den Überblick behalten, Prioritäten setzen und die Zielgruppe, für die die Sport- bzw. Freizeitangebote gedacht sind, gut kennen.


Konzeption

Kultur- und Freizeiteinrichtungen brauchen Personal, das die einzelnen Aktivitäten konzeptionell ausarbeitet. Dabei ist nicht unbedingt ein bestimmtes Studium, sondern vor allem Erfahrung im Schreiben von Projektanträgen (z.B. um Fördergelder zu beantragen) und wiederum der gute Kontakt zur Zielgruppe bzw. ein guter Einblick in die Bedürfnisse der Zielgruppe wichtig. Auch hier sind organisatorisch begabte, eigeninitiative, zuverlässige MitarbeiterInnen – tw. mit besonderen Sprachen oder Zusatzausbildungen (je nach Zielgruppe) – besonders beliebt.


Ausführung der Aktivitäten

Immer wieder werden auch MitarbeiterInnen gesucht, die nicht konzipieren oder organisieren, sondern die Kultur- und Sportaktivitäten tatsächlich auch durchführen. Das können SozialarbeiterInnen, FreizeitbetreuerInnen, JugendarbeiterInnen, ErwachsenenbildnerInnen oder KunstvermittlerInnen sein – auch hier zählt nicht nur die fundierte Ausbildung, sondern Erfahrung und besondere Leidenschaft für diesen Bereich.

Wer also zum Beispiel selbst leidenschaftlich gerne Tennis spielt und noch dazu bereits ein Praktikum in einer Flüchtlingsunterkunft gemacht hat, hat als Sporttrainer für geflüchtete Jugendliche ganz gute Chancen. Sprachkenntnisse sind hier natürlich auch von Vorteil.

Tipp für Bewerbungen: Immer in spannenden Kombinationen denken – Berufserfahrungen mit Sprachkenntnissen und persönlichen Leidenschaften und Hobbies kombinieren und so möglichst viele Anknüpfungspunkte für die ausgeschrieben Stelle schaffen!

Tipp: Hier geht es zu allen offenen Stellenausschreibungen im Freizeit- und Kulturbereich

Wo kann ich von den Erfahrungen anderer lesen?

In unserem NGO-Magazin haben wir einige feine Erfahrungsberichte von ehemaligen PraktikantInnen oder VolontärInnen gesammelt, die von ihren Erfahrungen im Kultur- und Sportbereich erzählen: