Bezahlte Jobs und Praktika im Bereich Menschenrechte

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Ganze dreißig Artikel umfasst die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – nachzulesen beispielsweise bei Amnesty International Deutschland. Sind diese 30 Artikel ein wichtiges Thema für dich? Macht es dich wütend, wenn du von Verstößen und Ungerechtigkeiten hörst, die weltweit passieren?

Dann bist du hier ganz richtig! Wir bringen dir den Non-Profit-Aktionsbereich „Menschenrechte“ näher und informieren dich über deine beruflichen Möglichkeiten.

International tätige Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch leisten. Doch auch andere, nicht ganz so bekannte NPOs bieten Chancen, deine Leidenschaft für die Menschenrechte zum Praktikum oder sogar zum Beruf zu machen.

Welche Non-Profit-Organisationen setzen sich für Menschenrechte ein?

Hier findest du Menschenrechtsorganisationen in der DACH-Region, die sich dem Schutz der Menschenrechte widmen. Du kannst dir ihre NGO-Profile ansehen, nach Ort oder Mitarbeitsmöglichkeiten filtern und sie direkt kontaktieren.

 

Welche Karrieremöglichkeiten für Human Rights gibt es?

Bezahlte Jobs im Bereich „Menschenrechte“ gibt es leider nicht immer. Für diesen Aktionsbereich ist ein Ehrenamt, Auslandsvolontariat oder Praktikum (manchmal mit einer kleinen Aufwandsentschädigung) als Einstiegsmöglichkeit sehr häufig. Vor allem kleinere Non-Profits greifen bei der Besetzung einer bezahlten Stelle später sehr gerne auf engagierte Menschen zurück, die bereits in einer ehrenamtlichen Gruppe, einer Studierendengruppe oder im Rahmen eines Praktikums für sie aktiv waren.

→ Fundraising

Auch für Menschenrechtsorganisationen ist das Lukrieren von Spendengeldern eine wichtige finanzielle Grundlage. Große Non-Profits engagieren darum auch Direct Dialog CampaignerInnen, um Menschen auf der Straße anzusprechen, sie über die Wichtigkeit von Menschenrechten zu informieren und zu motivieren, für diese Organisation zu spenden. Dabei muss man sehr kommunikationsstark und geduldig sein. Zumindest gibt es für diese Aufgabe ein Fixgehalt plus Provision.


Organisationsentwicklung / Beratung

Diese Jobs sind meist höherqualifizierte Positionen, die NGOs suchen dabei nach KandidatInnen, die sowohl Berufserfahrung als auch eine fachlich passende Ausbildung mitbringen. OrganisationsentwicklerInnen sind beispielsweise im Ausland tätig und unterstützen vor Ort Partner-NGOs. Sie beraten also Organisationen, die sich ihrerseits wieder für Menschenrechte in diesem Land einsetzen. Voraussetzung dafür sind sehr gute Skills im Projektmanagement, interkulturelle Kompetenzen und je nach Einsatzgebiet und inhaltliche Ausrichtung ein passendes Studium (z.B. Projektmanagement, Personal und Organisation).


→ Inhaltliche Gestaltung

ProgrammleiterInnen, pädagogische LeiterInnen, Sozial- oder PolitikwissenschaftlerInnen, JuristInnen … all diese Berufsfelder sind in Menschenrechtsorganisationen vertreten. Kleinere Non-Profits oder Vereine decken mitunter nicht alle diese Positionen ab, bei ihnen ist oft ein/e MitarbeiterIn für verschiedene Aufgabenfelder verantwortlich. Eine Stellenausschreibung kann hier je nach Größe der Organisation sehr unterschiedlich aussehen und unterschiedliche Qualifikationen erfordern.

Sozial– und PolitikwissenschaftlerInnen oder JuristInnen beispielsweise wissen, wie Verstöße gegen Menschenrechte geahndet werden können (z.B. Thema Landrechte / Land Grabbing). Sie agieren als LobbyistInnen und unterstützen Menschen, zu ihren Rechten zu kommen.

Programm- oder pädagogische LeiterInnen wiederum planen die Ausrichtung der konkreten Arbeitsfelder der NGO. Sie engagieren sich für die Öffentlichkeitsarbeit, vernetzen sich mit PartnerInnen und PolitikerInnen und entscheiden, welche Menschenrechte in der kommenden Periode besonders wichtig sind und wo es besonders leicht zu Verletzungen kommen könnte (z.B. Menschenrechtsbildung an Schulen, Globales Lernen, Rechte von LGBTQ*-Personen, Landrechte, Meinungs- und Versammlungsfreiheit).

Tipp: Hier geht es zu allen offenen Stellenausschreibungen in Menschenrechtsorganisationen

Welche Ehrenämter und Freiwilligendienste gibt es?

Viele! Ein Ehrenamt oder ein Praktikum kann eine besonders gute Einstiegsmöglichkeit in den Arbeitsbereich der Menschenrechte sein. Außerdem lernst du, welche Aufgabenfelder es tatsächlich in Organisationen gibt und inwiefern diese deiner Motivation und deinem Interesse für Menschenrechte entsprechen.

Bei größeren Organisationen gibt es oft regionale Gruppen, die sich zu bestimmten Themen oder bestimmten Ländern engagieren und vernetzen. Solche Gruppen sind eine tolle Möglichkeit, aktiv zu werden. Zudem werden sie meist von der Hauptgruppe (z.B. FIAN Deutschland oder Amnesty International Österreich) mit Know-How und Infrastruktur stark unterstützt.

Ehrenamt

… zahlreiche Organisationen freuen sich über Ehrenamtliche, die für Menschenrechte aktiv werden wollen. Hier nur eine kleine Auswahl:

Amnesty International beispielsweise hat in sehr vielen Städten im gesamten deutschsprachigen Raum ehrenamtlich organisierte Gruppen von SchülerInnen oder StudentInnen, denen der Schutz der Menschenrechte weltweit am Herzen liegt. Dabei gibt es Themengruppen (z.B. Frauenrechte, Meinungsfreiheit, Asylrecht, Queeramnesty) oder Ländergruppen (Fokus auf ein bestimmtes Land). Werde in einer dieser Gruppen aktiv – oder gründe selbst eine! Amnesty unterstützt dich dabei. Du gehst damit deiner Leidenschaft nach, baust dir ein erstes Menschenrechtsnetzwerk auf und kannst herausfinden, ob ein Job bei Amnesty passend für dich wäre.

Österreich

Das BÜNDNIS – für Menschenrechte & Zivilcourage – gegen Diskriminierung & Extremismus freut sich stets über freiwillige Menschen mit neuen Ideen, die sich in Österreich einbringen wollen. Treffen mit Freiwilligen finden in Wien regelmäßig statt.

Auch im Westen kann man sich engagieren: mehr demokratie!tirol ist eine feine Initiative, die aktuell Freiwillige sucht. Ziel ist es, die Demokratielandschaft in Tiro zu verbessern, freiwilliges Engagement zu fördern und auf die Möglichkeiten von direkter Demokratie aufmerksam zu machen.

Bei FIAN Österreich werden z.B. Praktika von 10 Wochenstunden über mehrere Monate hinweg angeboten. Bezahlung gibt es keine, dafür lernst du die Arbeitsweise der NGO (Themenschwerpunkt: Ernährung / Recht auf Nahrung) gut kennen und kannst dir ein Netzwerk aufbauen.

Deutschland

Space2Live aus Deutschland legt den Fokus auf das Thema Landrechte der indigenen Bevölkerung. Wenn du bereits Wissen und Ressourcen mitbringst, könnte auch hier eine Kooperation spannend sein. Einsatzgebiete sind mehrere Länder in Lateinamerika, Asien und Afrika.

FIAN Deutschland setzt sich für das Recht auf Nahrung ein und engagiert sich für eine Welt, die frei von Hunger ist. Mitmachen kannst du entweder punktuell bei akuten Menschenrechtsverletzungen im Rahmen von Protestaktionen, Postkartenkampagnen oder Unterschriftenlisten. Oder aber du suchst dir eine passende FIAN-Lokalgruppe! Dabei lernst du andere engagierte Menschen kennen, tauschst dich über eure Ideen aus und erreichst eine noch breitete Öffentlichkeit.

Im Ausland

Als MenschenrechtsbeobachterIn im Nahen Osten (Israel/Palästina) arbeiten? EAPPI sucht regelmäßig nach Freiwilligen, die sich diese Aufgabe zutrauen. Konkret geht es darum, sicherzustellen, dass Menschenrechte während des Nahostkonflikts geachtet werden. Etwaige Verstöße und Vorkommnisse werden dokumentiert und sind eine wichtige Informationsgrundlage für die Planung von Friedensabkommen. Klingt spannend? Dann lies dir zuerst den Erfahrungsbericht einer ehemaligen EAPPI-Volontärin im NGO-Magazin durch! Alle weiteren Infos zum Einsatz gibt’s dann bei EAPPI direkt.

Wo kann ich von den Erfahrungen anderer lesen?

In unserem NGO-Magazin haben wir einige feine Erfahrungsberichte von ehemaligen PraktikantInnen oder VolontärInnen gesammelt, die von ihren Erfahrungen in Menschenrechtsorganisationen erzählen:

Der Schutz dieser dreißig Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erscheint in Zeiten wie diesen umso dringender. #humanrights

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