Artikel von Sarah Krois, ngojobs.eu
Lesezeit: ca. 15 Minuten
Table of contents
- Warum sich die Arbeitswelt im NGO-Sektor verändert
- Digitization als Organisationskompetenz
- Künstliche Intelligenz: Unterstützung statt Ersatz
- Kommunikation wird zum Erfolgsfaktor
- Fundraising wird digitaler und datenbasierter
- Datenkompetenz und Wirkungsmessung
- Projektmanagement und agiles Arbeiten
- Die wichtigsten Zukunftskompetenzen für NGO-Mitarbeitende
- Welche digitalen Tools NGOs wirklich weiterbringen
- Zukunftskompetenzen beginnen bereits in der Stellenausschreibung
- Fazit: Die NGO der Zukunft
1. Warum sich die Arbeitswelt im NGO-Sektor verändert
Der Non-Profit-Sektor steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Digitization, Künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel und steigende Erwartungen von Arbeitnehmer:innen verändern nicht nur Unternehmen, sondern auch die Arbeitsweise von NGOs. Gleichzeitig wachsen die gesellschaftlichen Herausforderungen: Climate change, soziale Ungleichheit oder demografische Veränderungen erhöhen den Handlungsdruck auf viele Organisationen – oft bei gleichbleibenden oder sogar knapper werdenden Ressourcen.
Damit stehen NGOs vor einer doppelten Aufgabe: Sie müssen ihre gesellschaftliche Wirkung weiter ausbauen und gleichzeitig ihre eigenen Strukturen zukunftsfähig gestalten. Wer auch in den kommenden Jahren erfolgreich arbeiten möchte, braucht nicht nur engagierte Mitarbeitende, sondern auch neue Kompetenzen, moderne Arbeitsweisen und die Bereitschaft, Veränderungen aktiv mitzugestalten.
Dass sich die Anforderungen an Beschäftigte verändern, zeigt auch der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum. Demnach werden sich bis zum Jahr 2030 rund 39 Prozent der heute gefragten Kompetenzen verändern. Besonders an Bedeutung gewinnen digitale Fähigkeiten, analytisches Denken, Kreativität sowie die Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Auch die Europäische Kommission sieht digitale Kompetenzen als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Arbeitswelt der Zukunft und fördert diese im Rahmen ihrer Digital Skills and Jobs Platform gezielt.
Für NGOs bedeutet das vor allem eines: Digitization ist längst kein reines IT-Thema mehr und Künstliche Intelligenz keine Zukunftsvision. Vielmehr geht es darum, Mitarbeitende zu befähigen, neue Technologien sinnvoll einzusetzen und Organisationen so aufzustellen, dass sie auch unter veränderten Rahmenbedingungen wirkungsvoll arbeiten können.
2. Digitization als Organisationskompetenz
Viele NGOs haben in den vergangenen Jahren wichtige Schritte in Richtung Digitization gesetzt. Videokonferenzen, Cloud-Lösungen oder digitales Arbeiten im Homeoffice gehören inzwischen in vielen Organisationen zum Alltag. Doch Digitization bedeutet weit mehr als neue Software einzuführen oder analoge Prozesse zu digitalisieren.
Sie verändert die Art, wie Organisationen zusammenarbeiten, Entscheidungen treffen und ihre Projekte planen. Digitization ist deshalb weniger eine technische als vielmehr eine organisatorische Aufgabe.
Organisationen, die ihre Arbeitsabläufe regelmäßig hinterfragen und weiterentwickeln, können häufig effizienter arbeiten und ihre vorhandenen Ressourcen gezielter einsetzen. Dazu gehört beispielsweise, Informationen zentral verfügbar zu machen, Abläufe zu vereinfachen oder wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren. Das schafft Freiräume für die eigentliche Kernaufgabe einer NGO: gesellschaftliche Wirkung zu erzielen.
Dass digitale Kompetenzen weiterhin zu den größten Herausforderungen zählen, zeigt auch der Digital Economy and Society Index (DESI) der Europäischen Union. Obwohl in den vergangenen Jahren viele Fortschritte erzielt wurden, bestehen in zahlreichen Organisationen nach wie vor Qualifikationslücken im digitalen Bereich.
Welche digitalen Kompetenzen künftig gefragt sind
Digitale Kompetenz bedeutet heute längst nicht, programmieren zu können. Viel wichtiger ist ein sicherer und selbstverständlicher Umgang mit digitalen Arbeitsmitteln und modernen Formen der Zusammenarbeit.
Dazu gehören beispielsweise:
- digitale Zusammenarbeit im Team
- Projektmanagement in digitalen Umgebungen
- Privacy und IT-Sicherheit
- digitale Kommunikation
- der sinnvolle Einsatz von Automatisierungen
- die Bereitschaft, sich laufend in neue Anwendungen einzuarbeiten
Gerade im NGO-Bereich werden diese Kompetenzen künftig in nahezu allen Berufsfeldern relevant sein – unabhängig davon, ob jemand im Fundraising, in der Projektarbeit, der Kommunikation oder in der Verwaltung tätig ist.
Digitization ist deshalb keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Entscheidend ist nicht, jede neue Technologie sofort einzuführen, sondern jene Lösungen auszuwählen, die den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern und zur Organisation passen.
3. Künstliche Intelligenz: Unterstützung statt Ersatz
Kaum ein Thema wird derzeit so intensiv diskutiert wie Künstliche Intelligenz. Während manche befürchten, dass KI Arbeitsplätze ersetzt, sehen andere darin vor allem eine Chance, Routineaufgaben zu vereinfachen und mehr Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten zu gewinnen.
Gerade für NGOs kann Künstliche Intelligenz ein hilfreiches Werkzeug sein. Viele Organisationen arbeiten mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen. Wenn wiederkehrende Aufgaben schneller erledigt werden können, bleibt mehr Zeit für die eigentliche Projektarbeit, den Austausch mit Zielgruppen oder die Entwicklung neuer Ideen.
Eine Studie von McKinsey kommt zu dem Schluss, dass generative KI insbesondere wissensbasierte Tätigkeiten unterstützen und einen erheblichen Teil administrativer Arbeiten beschleunigen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass People ersetzt werden. Vielmehr verändert sich die Art, wie gearbeitet wird.
Wo KI NGOs unterstützen kann
Besonders sinnvoll lässt sich KI überall dort einsetzen, wo Informationen verarbeitet, strukturiert oder aufbereitet werden müssen. Dazu gehören beispielsweise die Erstellung erster Textentwürfe, die Zusammenfassung umfangreicher Dokumente oder die Unterstützung bei Recherchen und Analysen.
Auch im Fundraising kann KI helfen, große Datenmengen auszuwerten, Zielgruppen besser zu verstehen oder Kampagnen gezielter zu planen. Im Projektmanagement unterstützt sie dabei, Informationen zu strukturieren, Besprechungen zusammenzufassen oder erste Entwürfe für Projektunterlagen zu erstellen.
Dabei gilt jedoch: KI liefert Vorschläge – die Verantwortung für Entscheidungen bleibt beim People.
Technologie braucht menschliche Kompetenzen
Gerade im NGO-Bereich spielen Werte, Empathie und Vertrauen eine zentrale Rolle. Persönliche Beziehungen zu Klient:innen, Freiwilligen, Spender:innen oder Förderpartner:innen lassen sich nicht automatisieren. Auch ethische Entscheidungen, Kreativität und das Verständnis komplexer gesellschaftlicher Zusammenhänge bleiben menschliche Aufgaben.
Diese Einschätzung wird auch durch den Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum gestützt. Die Studie zeigt, dass trotz des zunehmenden Einsatzes von KI insbesondere analytisches Denken, Kreativität, Resilienz, Führungsstärke und soziale Einflussnahme zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen zählen. Technologie verändert die Arbeitswelt – sie macht menschliche Fähigkeiten jedoch nicht überflüssig, sondern noch wertvoller.
Für NGOs bedeutet das: Der größte Mehrwert entsteht dort, wo technologische Möglichkeiten und menschliche Kompetenzen sinnvoll miteinander kombiniert werden. KI sollte deshalb nicht als Ersatz für Mitarbeitende verstanden werden, sondern als Werkzeug, das sie in ihrer täglichen Arbeit unterstützt.
4. Kommunikation wird zum Erfolgsfaktor
Digitization verändert nicht nur interne Arbeitsabläufe, sondern auch die Art, wie Organisationen mit ihrer Environment kommunizieren. NGOs konkurrieren heute nicht nur um Fördermittel oder Spenden, sondern zunehmend auch um Aufmerksamkeit. People werden täglich mit einer Vielzahl an Informationen konfrontiert – über soziale Medien, Newsletter, Podcasts oder Nachrichtenportale. Wer wahrgenommen werden möchte, muss relevante Inhalte bieten und diese verständlich und zielgruppengerecht vermitteln.
Kommunikation ist deshalb längst keine reine Begleitaufgabe mehr. Sie trägt wesentlich dazu bei, ob eine Organisation Vertrauen aufbaut, neue Unterstützer:innen gewinnt oder ihre gesellschaftliche Wirkung sichtbar machen kann.
Dass digitale Kommunikation für NGOs immer wichtiger wird, zeigt auch der Global NGO Technology Report. Die Studie belegt, dass Websites, E-Mail-Marketing und soziale Medien inzwischen zu den wichtigsten Kommunikationskanälen von Non-Profit-Organisationen weltweit gehören. Gleichzeitig investieren immer mehr Organisationen in digitale Kompetenzen, um ihre Zielgruppen besser zu erreichen und langfristig zu binden.
Doch gute Kommunikation besteht nicht nur aus ansprechenden Texten oder schönen Bildern. Gefragt sind Mitarbeitende, die Inhalte strategisch planen, unterschiedliche Kanäle verstehen und komplexe Themen verständlich vermitteln können. Besonders Storytelling gewinnt dabei an Bedeutung. People erinnern sich eher an Geschichten als an Zahlen und sie engagieren sich eher für Organisationen, deren Wirkung nachvollziehbar und emotional greifbar wird.

Zu den wichtigsten Kompetenzen gehören heute unter anderem:
- Storytelling
- Social-Media-Kommunikation
- Suchmaschinenoptimierung (SEO)
- Newsletter-Marketing
- Community Management
- Krisenkommunikation
- Videokommunikation
Auch der CAF World Giving Report zeigt, dass Vertrauen und transparente Kommunikation entscheidende Faktoren dafür sind, ob People Organisationen langfristig unterstützen. Wer offen kommuniziert und regelmäßig Einblicke in seine Arbeit gibt, stärkt nicht nur die eigene Glaubwürdigkeit, sondern auch die Bindung zu Spender:innen, Ehrenamtlichen und Förderpartner:innen.
Gerade kleinere NGOs können hier punkten. Authentizität, Nähe zur Zielgruppe und glaubwürdige Geschichten sind häufig wirkungsvoller als große Marketingbudgets.
5. Fundraising wird digitaler und datenbasierter
Mit der Digitization verändert sich auch das Fundraising. Während früher vor allem Spendenbriefe oder Benefizveranstaltungen im Mittelpunkt standen, stehen Organisationen heute deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung, um People zu erreichen und langfristige Beziehungen aufzubauen.
Digitale Kanäle ermöglichen es, Unterstützer:innen individueller anzusprechen und Kampagnen gezielter auszuwerten. Gleichzeitig erwarten viele Spender:innen eine transparente Kommunikation, einfache Online-Spendenmöglichkeiten und regelmäßige Informationen darüber, welche Wirkung ihre Unterstützung erzielt.
Das Blackbaud Institute, das seit vielen Jahren Entwicklungen im digitalen Fundraising untersucht, zeigt, dass datenbasierte Entscheidungen und digitale Kommunikationskanäle heute zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren moderner Fundraising-Strategien gehören. Organisationen, die ihre Zielgruppen besser kennen und ihre Maßnahmen regelmäßig auswerten, können ihre Ressourcen gezielter einsetzen und Kampagnen kontinuierlich verbessern.
Damit verändern sich auch die Anforderungen an Fundraiser:innen. Neben klassischen Fähigkeiten wie Beziehungsmanagement oder Kampagnenplanung gewinnen zunehmend digitale Kompetenzen an Bedeutung. Dazu gehören beispielsweise die Analyse von Spendendaten, Zielgruppensegmentierung, E-Mail-Marketing oder der datenschutzkonforme Umgang mit personenbezogenen Informationen.
Gerade kleinere Organisationen müssen dafür keine Spezialist:innen für jedes einzelne Thema beschäftigen. Oft reicht es bereits, vorhandene Daten bewusster zu nutzen und Mitarbeitenden Möglichkeiten zur Weiterbildung zu bieten.
6. Datenkompetenz und Wirkungsmessung
Fundraising ist nur ein Bereich, in dem Daten eine wichtige Rolle spielen. Auch darüber hinaus wird es für NGOs immer wichtiger, ihre Arbeit nachvollziehbar zu dokumentieren und ihre Wirkung sichtbar zu machen.
Fördergeber:innen, Stiftungen und öffentliche Geldgeber möchten zunehmend verstehen, welche Veränderungen durch ein Projekt tatsächlich erreicht wurden. Nicht allein die Anzahl der Aktivitäten steht dabei im Mittelpunkt, sondern die Frage, welchen Unterschied diese Aktivitäten bewirken.
Die OECD unterstreicht diesen Ansatz in ihren international anerkannten Evaluierungskriterien. Neben der Wirksamkeit (Effectiveness) spielt insbesondere die tatsächliche Wirkung (Impact) eine zentrale Rolle. Organisationen sollen nicht nur dokumentieren, was sie getan haben, sondern auch nachvollziehbar machen, welche langfristigen Veränderungen daraus entstanden sind.
Dafür braucht es keine komplexen Datenanalysen oder eigene Data-Teams. Viel wichtiger ist die Fähigkeit, relevante Informationen systematisch zu erfassen und daraus Erkenntnisse für zukünftige Entscheidungen abzuleiten – eine Kompetenz, die häufig als Data Literacy bezeichnet wird.
Schon wenige Kennzahlen können helfen, die eigene Arbeit besser zu verstehen. Beispielsweise kann ausgewertet werden,
- wie viele People durch ein Projekt erreicht wurden,
- welche Angebote besonders stark nachgefragt werden,
- welche Kommunikationsmaßnahmen die größte Reichweite erzielen oder
- welche Projekte ihre angestrebten Ziele besonders gut erreichen.
Solche Auswertungen erleichtern nicht nur die Berichterstattung gegenüber Fördergeber:innen, sondern helfen Organisationen auch dabei, ihre Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die Stanford Social Innovation Review weist ebenfalls darauf hin, dass datenbasierte Entscheidungen Non-Profit-Organisationen dabei unterstützen können, Ressourcen gezielter einzusetzen und ihre gesellschaftliche Wirkung besser zu verstehen. Daten ersetzen dabei nicht die Erfahrung der Mitarbeitenden – sie schaffen vielmehr eine fundierte Grundlage für Entscheidungen.

7. Projektmanagement und agiles Arbeiten
Je komplexer Projekte werden, desto wichtiger wird eine gute Zusammenarbeit. Viele NGOs arbeiten heute in interdisziplinären Teams, gemeinsam mit Ehrenamtlichen, Förderpartner:innen oder externen Expert:innen. Gleichzeitig verändern sich Rahmenbedingungen oft kurzfristig – etwa durch neue Förderprogramme, politische Entwicklungen oder gesellschaftliche Krisen. Deshalb gewinnen Arbeitsweisen an Bedeutung, die Flexibilität fördern und gleichzeitig Orientierung geben.
Der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum nennt Anpassungsfähigkeit, Resilienz und Zusammenarbeit als zentrale Zukunftskompetenzen. Organisationen sind zunehmend darauf angewiesen, schnell auf Veränderungen reagieren zu können und Wissen innerhalb ihrer Teams effektiv zu teilen.
Agiles Projektmanagement kann dabei unterstützen. Dahinter verbirgt sich weniger eine bestimmte Methode als vielmehr eine Haltung: Aufgaben werden transparent geplant, Verantwortlichkeiten klar verteilt und Teams tauschen sich regelmäßig über Fortschritte und Herausforderungen aus. Gleichzeitig bleibt genügend Flexibilität, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können.
Auch das Project Management Institute (PMI) kommt in seinem Pulse of the Profession Report zu dem Schluss, dass Organisationen mit agilen oder hybriden Arbeitsweisen Veränderungen besser bewältigen und Projekte erfolgreicher umsetzen können.
Für NGOs bedeutet das nicht, dass künftig jedes Projekt nach Scrum oder Kanban organisiert werden muss. Entscheidend ist vielmehr eine Arbeitskultur, die Lernen ermöglicht, Verantwortung fördert und Veränderungen nicht als Hindernis, sondern als Chance versteht.
8. Die wichtigsten Zukunftskompetenzen für NGO-Mitarbeitende
Digitization, Künstliche Intelligenz und neue Arbeitsweisen verändern viele Aufgaben im Non-Profit-Sektor. Gleichzeitig wird deutlich: Nicht jede Kompetenz verliert dadurch an Bedeutung – im Gegenteil. Gerade jene Fähigkeiten, die Technologie nicht ersetzen kann, werden künftig noch wichtiger.
Der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum zeigt, dass neben digitalen Kompetenzen vor allem analytisches Denken, Kreativität, Resilienz und lebenslanges Lernen zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen zählen. Ebenso gewinnen soziale Fähigkeiten wie Kommunikation, Teamarbeit und Führung weiter an Bedeutung.
Für NGOs ist diese Entwicklung besonders relevant. Organisationen arbeiten häufig in einem Umfeld, das von gesellschaftlichen Veränderungen, unterschiedlichen Interessengruppen und begrenzten Ressourcen geprägt ist. Umso wichtiger sind Mitarbeitende, die Veränderungen aktiv mitgestalten, unterschiedliche Perspektiven einbeziehen und gemeinsam Lösungen entwickeln können.
Die Zukunft gehört deshalb nicht den People, die möglichst viele digitale Werkzeuge beherrschen. Sie gehört jenen, die Technologie sinnvoll nutzen und gleichzeitig über die Fähigkeiten verfügen, die menschliche Zusammenarbeit ausmachen: Empathie, Kreativität, kritisches Denken und Kommunikationsstärke.
Diese Kompetenzen lassen sich nicht von heute auf morgen erwerben. Sie entwickeln sich durch eine offene Lernkultur, regelmäßige Weiterbildung und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren. Organisationen, die diese Entwicklung fördern, schaffen nicht nur attraktivere Arbeitsplätze, sondern stärken langfristig auch ihre gesellschaftliche Wirkung.
9. Welche digitalen Tools NGOs wirklich weiterbringen
Digitale Werkzeuge sind kein Selbstzweck. Sie sollen Organisationen dabei helfen, effizienter zu arbeiten, Informationen besser zu teilen und mehr Zeit für ihre eigentliche Mission zu gewinnen.
Der Global NGO Technology Report zeigt, dass digitale Technologien heute fester Bestandteil der Arbeit vieler NGOs sind. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass erfolgreiche Digitization nicht davon abhängt, möglichst viele Programme einzusetzen, sondern jene Werkzeuge auszuwählen, die den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern.
Deshalb lohnt es sich, zunächst die eigenen Arbeitsabläufe zu betrachten: Wo entstehen unnötige Doppelarbeiten? Welche Prozesse kosten besonders viel Zeit? Und welche Aufgaben könnten einfacher organisiert werden?
Je nach Arbeitsbereich können unterschiedliche Werkzeuge sinnvoll sein.
| Area | Mögliche Werkzeuge | Einsatzbereiche |
| Zusammenarbeit | Microsoft 365, Google Workspace, Nextcloud | Dokumente gemeinsam bearbeiten, Kalender, Videokonferenzen, Dateiverwaltung |
| Projektmanagement | Trello, Asana, ClickUp, Notion | Aufgaben planen, Verantwortlichkeiten festlegen, Projekte koordinieren |
| Kommunikation | Canva, Buffer, Meta Business Suite, Mailchimp, Brevo | Social Media, Newsletter, Grafiken und Kampagnen |
| Künstliche Intelligenz | ChatGPT, Microsoft Copilot, Claude, Gemini, Perplexity | Recherche, Textentwürfe, Zusammenfassungen, Ideenentwicklung |
Die Auswahl eines Tools sollte sich immer an den Bedürfnissen der Organisation orientieren. Gerade kleinere NGOs profitieren häufig mehr von wenigen, gut eingeführten Anwendungen als von einer Vielzahl an Programmen, die parallel genutzt werden.
Ebenso wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Technologien. Besonders beim Einsatz von KI sollten Privacy, Transparenz und interne Richtlinien von Anfang an mitgedacht werden. Sensible personenbezogene Daten sollten niemals ungeprüft in KI-Anwendungen eingegeben werden.
10. Zukunftskompetenzen beginnen bereits in der Stellenausschreibung
Die Arbeitswelt verändert sich und damit auch die Anforderungen an neue Mitarbeitende. Dennoch basieren viele Stellenprofile noch immer auf Aufgabenbeschreibungen, die vor mehreren Jahren erstellt wurden.
Dabei ist eine Stellenausschreibung weit mehr als eine Liste von Anforderungen. Sie ist häufig der erste Kontakt zwischen einer Organisation und potenziellen Bewerber:innen und vermittelt einen Eindruck davon, wie die Organisation arbeitet und welche Werte sie vertritt.
Wer zukunftsorientierte Mitarbeitende gewinnen möchte, sollte deshalb nicht nur nach fachlichen Qualifikationen suchen, sondern auch Entwicklungspotenzial sichtbar machen. Offenheit für neue Technologien, Lernbereitschaft oder Freude an digitaler Zusammenarbeit sind Eigenschaften, die in vielen Rollen künftig wichtiger werden als die perfekte Kenntnis eines bestimmten Tools.

Statt lange Kataloge von Pflichtqualifikationen aufzulisten, kann es sich lohnen, Fragen wie diese in die Erstellung einer Stellenausschreibung einzubeziehen:
- Welche Aufgaben wird diese Position in drei bis fünf Jahren übernehmen?
- Welche Kompetenzen werden künftig wichtiger als heute?
- Welche Fähigkeiten können im Arbeitsalltag erlernt werden?
- Wie können wir People mit Potenzial ansprechen, anstatt ausschließlich nach dem perfekten Lebenslauf zu suchen?
So entstehen Stellenanzeigen, die nicht nur aktuelle Anforderungen abbilden, sondern auch die zukünftige Entwicklung einer Organisation berücksichtigen.
💡 Tipp von NGOjobs: Zukunftsorientierte Stellenanzeigen beschreiben nicht nur Aufgaben und Anforderungen. Sie vermitteln auch, wie eine Organisation arbeitet, welche Entwicklungsmöglichkeiten sie bietet und welche Werte sie lebt. Das hilft dabei, genau jene People anzusprechen, die langfristig zur Organisation passen.
Wenn du deine Stellenanzeigen weiter verbessern möchtest, findest du in unserem Blog praktische Tipps für eine erfolgreiche Ausschreibung von der passenden Ansprache bis zur optimalen Struktur.
Zum Blogartikel: Tipps für ein gelungenes Stelleninserat
Du möchtest offene Positionen besetzen? Mit einer Stellenanzeige auf NGOjobs erreichst du gezielt People, die eine sinnstiftende Tätigkeit im Non-Profit-Bereich suchen. Als spezialisierte Jobplattform für NGOs und soziale Unternehmen unterstützen wir Organisationen dabei, passende Fachkräfte, Führungskräfte und Freiwillige zu finden.
11. Fazit: Die NGO der Zukunft
Die Herausforderungen für NGOs werden in den kommenden Jahren nicht kleiner, aber auch die Möglichkeiten wachsen. Digitization, Künstliche Intelligenz und neue Formen der Zusammenarbeit eröffnen Chancen, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und mehr Zeit für die eigentliche Mission zu gewinnen.
Technologie allein macht eine Organisation jedoch nicht zukunftsfähig. Entscheidend sind die People, die bereit sind zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen aktiv mitzugestalten. Genau deshalb werden Kompetenzen wie Kommunikation, Kreativität, Empathie und kritisches Denken in Zukunft genauso wichtig bleiben wie digitale Fähigkeiten.
Für NGOs bedeutet das: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch möglichst viele neue Tools, sondern durch eine Organisationskultur, die Lernen fördert, offen für Veränderungen ist und digitale Möglichkeiten dort einsetzt, wo sie einen echten Mehrwert schaffen. Wer heute in diese Kompetenzen investiert, stärkt nicht nur die eigene Organisation, sondern schafft die Grundlage dafür, auch morgen wirksam zu sein.
Further links
- World Economic Forum – Future of Jobs Report 2025
https://www.weforum.org/reports/the-future-of-jobs-report-2025/- Europäische Kommission – Digital Skills and Jobs Platform
https://digital-skills-jobs.europa.eu/- European Commission – Digital Decade
https://digital-strategy.ec.europa.eu/- Mc Kinsey
https://www.mckinsey.com/capabilities/quantumblack/our-insights/the-economic-potential-of-generative-ai-the-next-productivity-frontier- Center for Effective Philanthropy
https://www.axios.com/local/pittsburgh/2026/05/07/ai-use-pittsburgh-nonprofits- Blackbaud Institute
https://institute.blackbaud.com/- OECD – Future of Work
https://www.oecd.org/en/topics/future-of-work.html- Stanford Social Innovation Review
https://ssir.org/- Project Management Institute (PMI)
https://www.pmi.org/learning/thought-leadership/boosting-business-acumen- Global NGO Technology Report
https://techreport.ngo/- Tipps für ein gelungenes Stelleninserat
https://www.ngojobs.eu/tipps-fuer-ein-gelungenes-stelleninserat-2/