Verein Feministische Alleinerzieherinnen - FEM.A
Verein Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A:
Eine starke Stimme für Alleinerzieherinnen und gegen Gewalt an Frauen und Kindern
Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A ist eine unabhängige, feministische und gemeinnützige Gewaltschutzorganisation, die sich österreichweit für den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sowie für die Rechte und Stärkung von Alleinerzieherinnen und ihren Kindern einsetzt. FEM.A verbindet Gewaltschutz, Armutsbekämpfung und frauenpolitische Interessenvertretung mit dem Ziel, Ein-Eltern-Familien nachhaltig zu stärken und strukturelle Benachteiligungen abzubauen.
Gegründet 2019 von Andrea Czak gemeinsam mit betroffenen Müttern, die strukturelle Diskriminierung und unzureichende Unterstützungssysteme nicht länger hinnehmen wollten, ist FEM.A heute eine zentrale Anlaufstelle und politische Stimme für Alleinerzieherinnen in Österreich.
Die Lebensrealität vieler alleinerziehender Frauen ist geprägt von erheblichen sozialen und finanziellen Belastungen. Fast die Hälfte der Alleinerzieherinnen lebt in Armut oder sozialer Ausgrenzung. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen aus der Beratung von FEM.A, dass Gewalt für viele betroffene Frauen ein prägendes Thema ist: 98 Prozent der Frauen, die sich an FEM.A wenden, berichten von Gewalterfahrungen. Besonders nach Trennungen bleiben Gewalt- und Abhängigkeitsverhältnisse häufig bestehen und werden durch strukturelle Hürden in familienrechtlichen Verfahren zusätzlich verschärft.
Unterstützung, Information und Stärkung von Betroffenen
FEM.A bietet Alleinerzieherinnen umfassende Unterstützung durch eine kostenlose Helpline mit psychosozialer Beratung sowie durch spezialisierte Begleitung in familienrechtlichen Verfahren, Obsorge- und Unterhaltsfragen. Ziel ist es, Frauen in belastenden Situationen Orientierung zu geben, ihre Rechte sichtbar zu machen und ihre Handlungsmöglichkeiten nachhaltig zu stärken.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf niederschwelliger Wissensvermittlung. Über 200 Webinare mit Expert*innen aus den Bereichen Familienrecht, Psychotherapie, Coaching und Finanzen stehen Mitgliedern in einer umfangreichen Videothek zur Verfügung. Ergänzt werden diese Angebote durch eine Wissensdatenbank sowie eine Kontaktdatenbank mit wichtigen Beratungs- und Unterstützungsstellen.
Gewaltschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Die Arbeit von FEM.A steht im Kontext der österreichweiten Gewaltschutzarbeit. Sie unterstützt die Prävention von Gewalt, fördert die Zusammenarbeit verschiedener gesellschaftlicher Institutionen und trägt dazu bei, Gewaltschutz nachhaltig weiterzuentwickeln. Gewaltprävention muss aus Sicht von FEM.A auf mehreren Ebenen ansetzen:
- Auf gesellschaftlicher Ebene, um gewaltfördernde Strukturen zu erkennen und zu verändern sowie die Entstehung von Gewalt zu verhindern.
- Durch individuelle Unterstützung und Hilfsangebote für Frauen und Kinder in akuten oder potenziell gefährlichen Situationen.
- Durch Schutzmaßnahmen, Unterstützung nach Gewalterfahrungen und die Verhinderung weiterer Gewalt.
FEM.A verfolgt dabei folgendes Ziel: Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen, Betroffene zu stärken und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben ermöglichen.
Vernetzung, Information und Fachkompetenz
Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A richtet seine Angebote an eine Vielzahl gesellschaftlicher Akteur*innen: an hilfesuchende Frauen und Kinder, Angehörige und das soziale Umfeld Betroffener, Frauen- und Gewaltschutzorganisationen, soziale und psychosoziale Einrichtungen, medizinisches Personal, Polizei und Gerichte, Bildungseinrichtungen, Studierende, Medien, Behörden, Verwaltung sowie politische Entscheidungsträger*innen.
Zu ihren zentralen Aufgaben zählen die Produktion und Bereitstellung von Informationsmaterialien, telefonische und schriftliche Information und Weitervermittlung an geeignete Hilfseinrichtungen sowie Fachinformationen für unterschiedliche Berufsgruppen. Zudem stellt FEM.A Expertinnen für Veranstaltungen zur Verfügung und unterstützt Initiativen gegen Gewalt an Frauen.
Diese Vernetzungs- und Informationsarbeit ergänzt die direkte Arbeit von FEM.A und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Beratungseinrichtungen, Behörden, Justiz, Politics und Zivilgesellschaft.
Politische Interessenvertretung und gesellschaftlicher Wandel
Neben der direkten Unterstützung von Betroffenen engagiert sich FEM.A als Interessenvertretung für die Rechte von Alleinerzieherinnen auf nationaler und internationaler Ebene. Der Verein bringt die Perspektiven betroffener Frauen in ministerielle Arbeitsgruppen und internationale Prozesse ein und setzt sich für die Umsetzung von Opferschutzstandards sowie von UN- und EU-Konventionen ein.
Durch die kontinuierliche politische Arbeit und öffentliche Thematisierung struktureller Probleme konnten bereits konkrete Veränderungen angestoßen werden, etwa die Erstellung der Handreiche zum Umgang mit Gewalt in Kontaktrechts- und Obsorgeverfahren des BMJ.
Mit Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen und Veranstaltungen macht FEM.A auf die Herausforderungen von EinEltern-Familien aufmerksam und leistet gemeinsam mit Partnerorganisationen einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Gewalt und strukturelle Ungleichheiten.
Gemeinsam für ein gewaltfreies Leben
FEM.A unterstützt jährlich über tausend Betroffene und arbeitet daran, die Lebenssituation von Alleinerzieherinnen und ihren Kindern nachhaltig zu verbessern. FEM.A setzt sich dafür ein, Gewalt wirksam zu bekämpfen, Schutzsysteme weiterzuentwickeln und Frauen und Kindern ein Leben frei von Gewalt und Diskriminierung zu ermöglichen.