Berater:in für Marketing in der Agroforstwirtschaft

Gemeinsam mit dem lokalen Projektpartner LevasFlor soll die Fachkraft ein wirtschaftlich orientiertes Marketingkonzept entwickeln, welches die Forstwirtschaft einer sozial und nachhaltig ausgerichteten Holzproduktion und Weiterverarbeitung unterstützt. Die Produkte von LevasFlor (Holz, Möbel, Kunsthandwerk etc.) sollen dadurch besser auf dem lokalen und nationalen Markt platziert werden können. Die Wald soll generell durch klimafreundliche, agroforstliche Produktionsmethoden genutzt werden, wofür es noch mehr Bewusstseinsbildung braucht. Basierend auf partizipativen Methoden soll das Bewusstsein für den Schutz und die angemessene Nutzung der Wälder geschärft werden. Mittelfristig soll die Arbeit von LevasFlor zur Konsolidierung eines angepassten Agroforstmodells für die lokalen Kleinbäuer:innen in der Provinz Sofala beitragen.

Gesuchte Berufe
Akademischer Abschluss in Marketing/Ökonomie, Spezialisierung in Natur-, Holzprodukte, Ökonomie tropischer Forst- und Landwirtschaft, oder anderen relevanten Bereichen.

Ihre Aufgaben

  • Analyse laufender Aktivitäten mit Schwerpunkt auf Forstwirtschaft unter gemeinschaftsbasierter Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen
  • Entwicklung einer verbesserten Strategie für das Marketing der erzeugten Produkte zur erfolgreichen Positionierung auf lokalen, regionalen und nationalen Märkten
  • Unterstützen bei der Verbesserung der Internet-Präsenz und Website von LF
  • Unterstützen von öffentlichkeitswirksamen Kampagnen, um Visibilität von LF und Konsumenteninteresse zu erhöhen
  • Produkt- und Marktanalyse
  • Unterstützen bei der Entwicklung und Umsetzung von Methoden zur Förderung einkommensschaffender Maßnahmen (dadurch Verbesserung der Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung in den Konzessionsgebieten), z. B. bei der Konzeption und Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen
  • Zusammenarbeit/Austausch mit weiteren Akteur:innen wie dem Team vom Gorongosa-Nationalpark, TCT Dalman, lokalen Wirtschaftsakteur:innen
  • Beraten der Leitung und des technischen Teams beim Projektmanagement, z. B. der Produktion von Entwürfen für neue Projektideen und Mittelakquise
  • Die Fachkraft arbeitet v.a. mit dem Leitungsteam von LevasFlor in Beira und vereinzelt mit dem technischen Team auf dem Gelände in Inhaminga zusammen.

Ihr Profil

  • Akademischer Abschluss in o. g. Beruf(en)
  • Mindestens 3 Jahre einschlägige Berufserfahrung
  • Erfahrungen im Bereich Marketing in einem themenrelevanten Umfeld (Erfahrung in Mosambik oder anderen afrikanischen Ländern von Vorteil)
  • Erfahrungen im Bereich der gemeinschaftsbasierten Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und/oder Wald- und Agroforstwirtschaft
  • Erfahrungen in Aufbau und Management von marktwirtschaftlich ausgerichteten Firmen und Kooperativen
  • Erfahrung im Umgang mit Planungsmethoden und -werkzeugen
  • Erfahrungen in Capacity Development, Wissensmanagement, Networking
  • Sehr gute schriftliche und mündliche Kommunikationsfähigkeit
  • Gutes Portugiesisch und Englisch
  • IT-Kenntnisse, MS Office, positiv wären auch Erfahrungen in und/oder project management software
  • Ausdauer, Geduld, Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Anpassungsvermögen.

Die 1-jährige Stelle soll ehestmöglich mit einer erfahrenen Fachkraft besetzt werden. Es wird eine individuelle Einsatzvorbereitung angesetzt. Nähere Informationen zu den finanziellen Leistungen finden Sie unter www.horizont3000.at/FAQ Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, die Sie bitte online über unsere Website direkt bei der ausgeschriebenen Stelle versenden.

PROJEKTUMFELD

Lage/Verkehrsverbindungen

Beira, die Hauptstadt der Provinz Sofala und viertgrößte Stadt Mozambiks mit mehr als 600.000 Einwohnern. Die Stadt hat vor allem wirtschaftliche Bedeutung durch ihren industriellen Hafen und die Hauptverkehrsstraße nach Zimbabwe (Beira-Korridor). Zusätzlich dient Beira als Versorgungszentrum für Zentralmosambik. Tägliche Flug- und Busverbindung in die Hauptstadt Maputo, sowie tägliche Fluganbindungen nach Johannesburg (RSA) sorgen für eine gute Erreichbarkeit.

Klima

Das Klima ist subtropisch heiß und feucht. Winter von Mai bis September, Sommer von Dezember bis März. Auf eine heiße Trockenzeit mit Temperaturen um 35 Grad folgt ein deutlich kühlerer Winter, wobei es nachts bis auf 10 Grad abkühlen kann. Es existiert u.U. Gefährdung durch klimatische Extremereignisse, wie im März 2019 durch den Zyklon “IDAI” deutlich wurde, der in Beira und in der Provinz Sofala für z.T. verheerende Zerstörungen gesorgt hat.

Wohnsituation

Die Fachkraft wird den Hauptwohnsitz in Beira haben. In der Provinzhauptstadt gibt es 3 Jahre nach dem verheerenden Tropensturm IDAI mittlerweile wieder ausreichend Wohnungen, die allerdings nicht immer mit europäischem Standard vergleichbar sind. Während einzelnerArbeitsaufenthalte im Projektgebiet kann die Fachkraft auf einfache aber zweckmäßige Installationen im Arbeiterdorf von LevasFlor zurückgreifen.

Versorgung/Freizeitmöglichkeiten

Nach dem Tropensturm IDAI mussten große Teile der Infrastruktur repariert, bzw. wieder aufgebaut werden. Mittlerweile existieren wieder funktionierende Geschäfte, Supermärkte, Tankstellen, Banken, Flughafen, etc. Die strategisch wichtige Lage der Stadt hat dazu beigetragen, dass viele internationale Investoren den Wiederaufbau vorantreiben halfen. Bei diversen Banken kann mit allen gängigen Kreditkarten Geld behoben werden. Es gibt mehrere Privatkliniken und ein Provinzkrankenhaus für eine Erstversorgung. Neben portugiesisch-sprachigen Schulen und Kindergärten gibt es auch internationale englisch- und portugiesischsprachige Schule. Festnetz- und Mobiltelefon sowie Internet sind vorhanden und funktionieren sowohl in der Stadt wie auf dem Land recht gut. Es gibt in und um Beira ein Angebot an Restaurants mit internationaler Küche,  Ausflugsmöglichkeiten in die Region und durch die Lage am indischen Ozean zahlreiche Wassersportmöglichkeiten.

Sicherheit

Beira ist relativ sicher, dennoch kommen Gelegenheitseinbrüche und – Diebstähle vor. Vor allem in der Nacht bedarf es erhöhter Aufmerksamkeit. Generell wird auch aufgrund der schlechten Straßenzustände von Nachtfahrten abgeraten.

Projektpartner

LevasFlor (LF) wurde von der anglikanischen Diözese Lebombo und der anglikanischen Kirche Schwedens gegründet und hat als Hauptziel die Unterstützung für lokale Gemeinschaften, wobei der Schwerpunkt auf der Armutsbekämpfung lag.  Es ist eines der wenigen Unternehmen der Holzproduktion in Mosambik, welches über eine FSC®-Forstzertifizierung verfügt, welche die Herkunft des in einem Holzproduktes, wie Möbel, Baustoffe, etc., enthaltenen Waldrohstoffs bescheinigt. Die Zertifizierung garantiert, dass das Unternehmen seinen Wald nach umweltfreundlichen, sozial gerechten und wirtschaftlich tragfähigen Standards bewirtschaftet. Seit der Gründung im Jahr 2005 arbeitet LF mit rund 800 Personen aus den lokalen Gemeinschaften. Das in der Firmenpolitik integrierte soziale Entwicklungsprogramm umfasst die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wohnraum, Bildung und verbesserte Gesundheits- und Hygienebedingungen sowie den Bau von Klassenräumen, Kirchen, Lehrerhäusern und Schulbänken. Auf dem Compound der Konzessionsfläche selbst gibt es eine Schule, in der die lokalen Mitarbeiter die Möglichkeit haben, eine Ausbildung zu beginnen oder fortzusetzen. LF unterstützt seine Mitarbeiter mit Unterkünften, Trinkwasser und einer Klinik mit kostenlosen Medikamenten. Auf der Umweltebene verfügt LF über Technikerteams, die Sensibilisierungs-maßnahmen für den Naturschutz durchführen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften führt LF derzeit Projekte in den Bereichen Bienenzucht, Agroforstwirtschaft und Korbflechterei durch, von den viele sich hauptsächlich an Frauen richten.

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