Berater:in für Community Work und Agroforstwirtschaft

Die Stelle zielt darauf ab, in Zusammenarbeit mit ländlichen Gemeinden Produktionssysteme zu etablieren, die einen agroforstwirtschaftlichen Ansatz verfolgen. Diese auf der Grundlage partizipativer Methoden beruhende Unterstützung für eine nachhaltige Waldnutzung soll durch klimafreundliche, agroforstliche Produktionsmethoden erreicht werden. Die Zusammenarbeit dient dem Ziel, das Bewusstsein für den Schutz der Wälder zu schärfen, und mittelfristig zur Konsolidierung eines angepassten Agroforstmodells für die lokalen Kleinbauern in der Provinz Sofala.
Neben der Sicherung der Ernährungsgrundlagen und Entwicklung von Erwerbsmöglichkeiten für die Produzent:innen steht die Verringerung der durch den Menschen verursachter Waldbrände im Mittelpunkt. Es soll der zunehmenden Tendenz der Entwaldung in Mosambik und der Degradierung natürlicher Ressourcen entgegen gewirkt werden. Unter Aspekten des Klimawandels wird so die Reduzierung von Treibhausgasemissionen unterstützt. Auch weitere biologische Funktionen von Waldvegetationen, wie die Erhaltung von Korridoren für Wildtiere, Bodenschutz-maßnahmen und die Stabilisierung der gesamten Systemproduktivität werden auf diese Weise berücksichtigt.
Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Förderung der kollektiven Autonomie sowie der Stärkung der Dorfgemeinschaften gelegt. In diesem Zusammenhang spielt die Untermauerung der organisatorischen und finanziellen Kapazitäten eine große Rolle, damit die Gemeinden langfristig selbständig handeln können. Deshalb sollen Konzepte für die Bildung landwirtschaftlicher/agroforstlicher Kooperativen entwickelt und umgesetzt werden. Die Erleichterung eines Umfelds für mehr Inklusion und die Stärkung von Frauen durch die Nutzung von Nichtholzprodukten soll in diesem Zusammenhang speziell bedacht werden.

Gesuchte Berufe

Master-Abschluss in tropischer Forst- und Landwirtschaft, Naturmanagement, Biologie, Umweltpädagogik, Umweltanthropologie oder  anderen umweltrelevanten Bereichen

Folgende Aufgaben werden mit mosamibikanischen Partnern durchgeführt:

  • Weiterentwicklung laufender Aktivitäten mit Schwerpunkt auf Agroforstwirtschaft unter gemeinschaftsbasierter Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen mittels partizipativer Methoden. Integration zusätzlicher Dorfgemeinschaften in die Projektaktivitäten
  • Entwicklung von Wissensinhalten und Umsetzung von Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau aller beteiligter Akteure in Bereichen Waldmanagement, Agroforstwirtschaft, Bodenschutz, Fruchtbarkeitsmanagement, traditionelles Wissen über lokale Vegetation, medizinale Pflanzennutzung, Schädlingsbekämpfung, u.a.
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Team für Gemeindeentwicklung und Umwelterziehung von LevasFlor, um das Engagement der Gemeinde zu stärken und das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes und der Erhaltung der Wälder zu schärfen
  • Aufbau landwirtschaftlicher Assoziationen auf dörflicher Ebene zur Steigerung der kollektiven Autonomie und Verbesserung der Selbstorganisation der teilnehmenden communities
  • Entwicklung und Umsetzung von Methoden zur Förderung einkommensschaffender Maßnahmen und Verbesserung der Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung durch on-field-trainings und workshops mitttels farmer-field-school- oder ERI-Ansatz
  • Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen (Seminare, Workshops, Webinare, Ausstellungen für regionale mit (nicht-)land/fortwirtschaftl. Produkte, Austausch von lokalem Pflanzgut, etc.) in den lokalen Gemeinschaften und Partnern in der Region Sofala, zum Austausch von lokalem Wissen und Fähigkeiten
  • Zusammenarbeit/Austausch mit lokalen Akteuren wie dem dem Team vom Gorongosa-Nationalpark, TCT Dalman, lokale NGOs, u.a.
  • Beratung beim des PO-Leitungs und technischen Teams beim Projektmanagement, inklusive der Produktion von Entwürfen für neue Projektideen und Mittelakquise
  • Wissensmanagement, Implementierung der Toolbox Know-How3000
  • Die Fachkraft arbeitet dabei mit dem Leitungsteam von LevasFlor in Beira und dem technischen staff auf dem Gelände in Inhaminga zusammen.

Ihr Profil

  • Akademischer Abschluss in o. g. Beruf(en);
  • Erfahrungen in community work in einem themenrelevanten Umfeld, möglichst in Mosambik oder anderen afrikanischen Ländern
  • Erfahrungen im Bereich der gemeinschaftsbasierten Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und/oder Wald- und Agroforstwirtschaft.
  • Erfahrungen in Aufbau und Management von kleinbäuerlichen Kooperativen wären von Vorteil
  • Erfahrung im Umgang mit Planungsmethoden und -werkzeugen
  • Erfahrungen in Capacity Development, Wissensmanagement, Networking
  • Sehr gute schriftliche und mündliche Kommunikationsfähigkeit
  • Gutes Portugiesisch oder sehr gutes Spanisch, Englischkenntnisse hilfreich, aber allein nicht ausreichend
  • IT-Kenntnisse, Office, positiv wären auch Erfahrungen in und/oder project management software oder GIS-Grundkenntnisse
  • Ausdauer, Geduld, Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Anpassungsvermögen.

Nähere Informationen zu den finanziellen Leistungen finden Sie unter www.horizont3000.at/FAQ Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, die Sie bitte online über unsere Homepage direkt bei der ausgeschriebenen Stelle versenden.

Projektumfeld

Lage/Verkehrsverbindungen

Beira, die Hauptstadt der Provinz Sofala und viertgrößte Stadt Mozambiks mit mehr als 600.000 Einwohnern. Die Stadt hat vor allem wirtschaftliche Bedeutung durch ihren industriellen Hafen und die Hauptverkehrsstraße nach Zimbabwe (Beira-Korridor). Zusätzlich dient Beira als Versorgungszentrum für Zentralmosambik. Tägliche Flug- und Busverbindung in die Hauptstadt Maputo, sowie tägliche Fluganbindungen nach Johannesburg (RSA) sorgen für eine gute Erreichbarkeit. 

Klima

Das Klima ist subtropisch heiß und feucht. Winter von Mai bis September, Sommer von Dezember bis März. Auf eine heiße Trockenzeit mit Temperaturen um 35 Grad folgt ein deutlich kühlerer Winter, wobei es nachts bis auf 10 Grad abkühlen kann. Es existiert u.U. Gefährdung durch klimatische Extremereignisse, wie im März 2019 durch den Zyklon “IDAI” deutlich wurde, der in Beira und in der Provinz Sofala für z.T. verheerende Zerstörungen gesorgt hat. 

Wohnsituation

Die Fachkraft wird den Hauptwohnsitz in Beira haben. In der Provinzhauptstadt gibt es 3 Jahre nach dem verheerenden Tropensturm IDAI mittlerweile wieder ausreichend Wohnungen, die allerdings nicht immer mit europäischem Standard vergleichbar sind.
Während zum Teil längerer Arbeitsaufenthalte im Projektgebiet kann die Fachkraft auf einfache aber zweckmäßige Installationen im Arbeiterdorf von Levas Flor zurückgreifen.

Versorgung/Freizeitmöglichkeiten

Nach dem Tropensturm IDAI mussten große Teile der Infrastruktur repariert, bzw. wieder aufgebaut werden. Mittlerweile existieren wieder funktionierende Geschäfte, Supermärkte, Tankstellen, Banken, Flughafen, etc. Die strategisch wichtige Lage der Stadt hat dazu beigetragen, dass viele internationale Investoren den Wiederaufbau vorantreiben halfen.
Bei diversen Banken kann mit allen gängigen Kreditkarten Geld behoben werden.
Es gibt mehrere Privatkliniken und ein Provinzkrankenhaus für eine Erstversorgung. Neben portugiesisch-sprachigen Schulen und Kindergärten gibt es auch internationale englisch- und portugiesischsprachige Schule. Festnetz- und Mobiltelefon sowie Internet sind vorhanden und funktionieren sowohl in der Stadt wie auf dem Land recht gut. Es gibt in und um Beira ein Angebot an Restaurants mit internationaler Küche,  Ausflugsmöglichkeiten in die Region und durch die Lage am indischen Ozean zahlreiche Wassersportmöglichkeiten.

Sicherheit

Beira ist relativ sicher, dennoch kommen Gelegenheitseinbrüche und – Diebstähle vor. Vor allem in der Nacht bedarf es erhöhter Aufmerksamkeit. Generell wird auch aufgrund der schlechten Straßenzustände von Nachtfahrten abgeraten.

Projektpartner

LevasFlor (LF) wurde von der anglikanischen Diözese Lebombo und der anglikanischen Kirche Schwedens gegründet und hat als Hauptziel die Unterstützung für lokale Gemeinschaften, wobei der Schwerpunkt auf der Armutsbekämpfung lag.  Es ist eines der wenigen Unternehmen der Holzproduktion in Mosambik, welches über eine FSC®-Forstzertifizierung verfügt, welche die Herkunft des in einem Holzproduktes, wie Möbel, Baustoffe, etc., enthaltenen Waldrohstoffs bescheinigt. Die Zertifizierung garantiert, dass das Unternehmen seinen Wald nach umweltfreundlichen, sozial gerechten und wirtschaftlich tragfähigen Standards bewirtschaftet. Seit der Gründung im Jahr 2005 arbeitet LF mit rund 800 Personen aus den lokalen Gemeinschaften.
Das in der Firmenpolitik integrierte soziale Entwicklungsprogramm umfasst die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wohnraum, Bildung und verbesserte Gesundheits- und Hygienebedingungen sowie den Bau von Klassenräumen, Kirchen, Lehrerhäusern und Schulbänken. Auf dem Compound der Konzessionsfläche selbst gibt es eine Schule, in der die lokalen Mitarbeiter die Möglichkeit haben, eine Ausbildung zu beginnen oder fortzusetzen. LF unterstützt seine Mitarbeiter mit Unterkünften, Trinkwasser und einer Klinik mit kostenlosen Medikamenten.
Auf der Umweltebene verfügt LF über Technikerteams, die Sensibilisierungs-maßnahmen für den Naturschutz durchführen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften führt LF derzeit Projekte in den Bereichen Bienenzucht, Agroforstwirtschaft und Korbflechterei durch, von den viele sich hauptsächlich an Frauen richten.

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